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Für's eigene Schwimmbad

SCHWIMMHALLEN - PLANUNGSHILFEN

Verwendbarkeit von Gipsbaustoffen in Schwimmhallen

Gutachterliche Stellungnahme von Prof. Dr.-Ing. Heinz Klopfer ZDI, Hamm

Die Verwendung von Gipsprodukten beim Innenausbau neuer und bestehender Gebäude ist seit langem üblich. Wie alle Baustoffe haben auch Gipsprodukte ein Eigenschaftsspektrum, das sie für bestimmte Anwendungen besonders vorteilhaft, für andere dagegen weniger empfehlenswert oder sogar als ungeeignet erscheinen lässt.

Abgehängter Deckenkranz im Schwimmbad

Abgehängter Deckenkranz im Schwimmbad aus ISO-Feuchtraum-Paneel
mit ISO-Deckenkante (komplett gipsfrei)

Aus dem bautechnischen Standardwerk von K. Krenkler: 

  • Chemie des Bauwesens, Springer-Verlag Berlin, Heidelberg, New York 1980

habe ich die treffende Charakterisierung der Eigenschaften des Gipses aus bautechnischer Sicht auf der dieser gutachterlichen Stellungnahme beigefügten Anlagenseite 1 wiedergegeben. 

Für die Anwendung von Gips in Schwimmhallen und ähnlichen Räumen ist die Intensität der Belastung durch flüssiges und gasförmiges Wasser entscheidend. Dafür haben sich die Begriffe:

  • Nassraum 
  • Feuchtraum 

eingeführt. Unter einem Nassraum wird ein solcher verstanden, in dem oft flüssiges Wasser oder Kondensat auftritt, also z.B. Schwimmhallen, Saunas, Produktionshallen der Lebensmittelindustrie usw.. Ein Feuchtraum ist durch erhöhte Luftfeuchtigkeit und nur selten und kurzfristig durch Flüssigwasserbelastung gekennzeichnet. Feuchträume sind häusliche Küchen und Bäder. 

Aus diesen Definitionen folgt, dass Gipsprodukte in Nassräumen nicht eingesetzt werden dürfen. Die Anwendung in Feuchträumen wird von der Mehrzahl der Bautechniker unter bestimmten Bedingungen als möglich angesehen, von einer Minderzahl allerdings abgelehnt. 

Bei der Anwendung von Gipskartonplatten in Nass- und Feuchträumen ist einerseits wie bei Gipsputzen und Calciumsulfat-Estrichen die Erweichung des Gipses durch die hygroskopische Wasseraufnahme zu bedenken. Die hygroskopische Wasseraufnahme wird durch sog. Sorptionsisothermen quantitativ beschrieben. Auf Anlagenseite 2 habe ich solche Sorptionsisothermen von Baustoffen wiedergegeben. Man erkennt, dass bei einer vorgegebenen Luftfeuchte in Gips nur wenig Wasser eingelagert wird, jedoch umgekehrt eine geringe Wassermenge hohe Luftfeuchten und damit Tauwassergefahr in den Gipsporen erzeugt. Andererseits können Gipskartonplatten infolge ihrer relativ geringen Dicke bei Erweichung Biegeverformungen erleiden, die dann weitere Schäden nach sich ziehen können. 

Die Hersteller von Gipskartonplatten liefern auch sog. Feuchtraumplatten, die definitionsgemäß in Feuchträumen, jedoch nicht in Nassräumen eingesetzt werden dürfen. Feuchtraumplatten sind Gipskartonplatten, welche durch eine Imprägnierung wasserabweisend ausgerüstet sind, so dass die Wasseraufnahme bei kurzzeitiger Flüssigwasserbelastung deutlich kleiner ausfällt. Bei langfristiger Flüssigwasserbelastung oder langfristig hoher Luftfeuchteeinwirkung versagt die Imprägnierung. 

Das Verhalten von Gipsbaustoffen in Feuchträumen wird natürlich auch beeinflusst von der Feuchte im Untergrund und von den Deckschichten auf den Gipsschichten. Bei der Feuchtebelastung vom Untergrund her ist besonders an die Baufeuchte zu denken, d.h. an den erhöhten Wassergehalt der Baustoffe in den ersten Jahren nach der Erstellung eines Bauwerks. Bei den Deckschichten auf den Gipsschichten ist in erster Linie an deren Schutzwirkung gegen Flüssigwassereinwirkung zu denken. Fliesenbeläge bieten in dieser Hinsicht wegen der vielen Fugen nur einen unzuverlässigen Schutz, es sei denn, die Fliesen wurden auf einer Dichtungsschlämme oder einem Dichtkleber verlegt. 

 


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24.11.2014