Schwimmhallen sicher ausbauen

Wärmedämmung + Dampfsperre + Gestaltung

 

 

 

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Für's eigene Schwimmbad

MAGAZIN

Schwimmhallen

 
Wohlfühlen richtig planen 

Praxistipps für die Schwimmbad-Planung 

Die Niedrigenergie-Bauweise hat sich nun auch beim Schwimmhallen-Bau durchgesetzt. Schwimmbäder sind keine Energieschleudern mehr wie in früheren Jahren. Man rechnet heute für eine private Schwimmhalle mit Energiekosten von 3 bis 4 € pro Tag. Der Unterhalt kostet also kaum mehr als irgendein anderes Hobby.

Planung Schwimmbad

Bildquelle: J.D. Design

Was den Bau von Privatschwimmhallen betrifft, so haben sich heute allgemein gültige Standards durchgesetzt, die sich nach 35 Jahren Erfahrung im Schwimmhallenbau bewährt haben. Dunkle Kellerbäder im Neonlicht mit zugigen Fenstern und womöglich noch Feuchteschäden in der Ecke gehören der Vergangenheit an. Heute spielen die Behaglichkeit und das Wohlfühlen in einer modernen Schwimmhalle eine entscheidende Rolle. Damit das erreicht wird, muss der Raum bauphysikalisch richtig geplant und ausgeführt werden.

Als ein wesentliches Element in der Bauphysik von Privatschwimmhallen hat sich heute der hochwertige innen liegende Wärmeschutz aller umschließenden Bauteile durchgesetzt. Durch Wärmedämmung wird nämlich die Oberflächen-Temperatur der Wände und der Decke ganz nah an der Raumtemperatur gehalten. Dadurch strahlt der unbekleidete Körper deutlich weniger Wärme an die Umgebung ab und empfindet deshalb thermische Behaglichkeit. Besonders wirksam ist dabei die innen liegende Wärmedämmung mit Dampfsperre. Durch diese Maßnahme regelt sich die Oberflächentemperatur sehr rasch mit der Raumtemperatur auf das angenehme Niveau. Die nachträgliche Wärmedämmung einer bestehenden Schwimmhalle kann hier wahre Wunder bewirken. Unangenehmer Zug, schwarze Stockflecken und hohe Heizkosten sind dann kein Thema mehr.

Beispiele bewährter Wand- und Dach-Konstruktionen

Aufgrund der hohen Raumlufttemperaturen und rel. Luftfeuchte muss besonderes Augenmerk auf eine bauphysikalisch richtige Ausführung der Raumumschließungen gerichtet werden. Hierzu gehören Dach-, Wand-, Fenster- und Bodenausbildungen sowie die Anschlusszonen von Boden, Wand und Decke. Der konstruktive Aufbau der Umschließungsflächen einer Schwimmhalle muss so erfolgen, dass es zu keiner Jahreszeit zur Kondensatbildung auf den Oberflächen und innerhalb der Bauteile kommen kann.

Tabelle: Richtwerte für maximale U-Werte

Erfahrungsgemäß hat sich hier die innen liegende Wärmedämmung mit Alu-Dampfsperre als die sicherste Methode erwiesen. Die Wärmedämmung sorgt für rundum angenehm warme Oberflächen, und die Dampfsperre schützt die Baukonstruktion vor dem Wasserdampf. So bleiben alle Bauteile auf Dauer trocken und können nach Wunsch gestaltet werden.

Wände sicher wärmedämmen
Die raumhohen Dämmelemente des ISO-Plus-Systems enthalten bereits die einseitig kaschierte Alu-Dampfsperre. Darauf kann dann direkt die Gestaltung in Form von Putz, Fliesen, Malerei, Spachteltechnik usw. aufgetragen werden. Die Schwimmhallen-Innenraumgestaltung wird zunehmend individueller und muss sich am persönlichen Behaglichkeitsempfinden orientieren. Mediterrane Farbtöne sind z.B. auch bei Indoor-Pools im Trend. Bezüglich der Festigkeit und Stabilität innen gedämmter Flächen sind mittlerweile alle Bedenken ausgeräumt. Eine Untersuchung des Polymer-Instituts ergab, dass die innen verputzten Dämmelemente des ISO-Plus-Systems stabiler sind als übliche Fassaden-Putz-Systeme. Die höhere Festigkeit ist u.a. auch auf die hoch reißfeste Gewebearmierung in Verbindung mit der zusätzlichen Alu-Kaschierung zurückzuführen.

Heutige Planungen sehen bei Außenwänden eine hochwertige Außendämmung von 10 oder 12 cm vor. Hier entsteht oft die Frage, ob dann eine zusätzliche Innendämmung mit Dampfsperre noch sinnvoll ist. Dabei muss man beachten, dass in der Schwimmhalle mit einem angenehmen Dauerklima um 30° C und 60 % rel. Feuchte etwa doppelt so viel Feuchtigkeit in der Luft enthalten ist als in normalem Wohnraumklima. Deshalb ist es in jedem Fall notwendig, die einzelnen Konstruktionen von Wänden, Dach und Decke bauphysikalisch zu prüfen. Dazu gibt es den sog. Nachweis gemäß DIN 4108. Er belegt, ob ein Bauteil auf Dauer dem Schwimmbadklima standhält und zulässig ist. Daneben müssen alle Randbereiche der Schwimmhalle wie z.B. Wand-/Fenster-, Wand-/Decke- oder Wand-/Boden-Übergänge gesondert geprüft werden. Sie können in der Regel nicht standardmäßig rechnerisch erfasst werden. Wärmebrücken müssen auf alle Fälle vermieden werden. Außerdem sollte die chloridhaltige Schwimmhallenluft nicht dauerhaft auf Betonwände einwirken, da sich bei geringerer Überdeckung der Bewehrungseisen als 4 cm Korrosionen ergeben können. Alles in allem sprechen diese Gründe für die innen liegende Wärmedämmung mit Dampfsperre. Der Wärmeschutz wird erhöht, was bei den hohen Raumtemperaturen in der Schwimmhalle auch sinnvoll ist, Wärmebrücken werden sicher überdeckt und die Konstruktion vor Feuchte geschützt. So bleiben alle Flächen behaglich warm und trocken. Feuchte- und Schimmelbildung sind sicher ausgeschlossen.

Durchdringungen der Dampfsperre
Grundsätzlich muss eine innen liegende Wärmedämmung und Dampfsperre lückenlos und hermetisch direkt verlegt werden. Einzelne Durchdringungen der Dampfsperre, wie sie in der Praxis unvermeidbar sind, stellen in der Regel kein Problem dar. Sie werden mit geeigneten Hilfsmitteln sicher abgedichtet. In Einzelfällen kann hier auch der Hersteller-Beratungsservice in Anspruch genommen werden. Wichtig ist, dass man auf ein bewährtes System zurückgreift, das auch wie beim ISO-Plus-System mit Systemgarantie des Herstellers versehen ist. In dieses Konzept sollte auch die Schwimmhallendecke mit einbezogen werden.

Decken richtig planen
Neben der Optik mit Farbgestaltung und Beleuchtung haben Schwimmhallen-Decken oft auch technische Aufgaben zu erfüllen, z.B. Luftabsaugung oder das Verstecken von Installationen.

Sobald der Grundriss für die Schwimmhalle festgelegt ist, kann auch mit der Deckenplanung begonnen werden. Bei einer Rohbauhöhe von mehr als 2,70 m kann eine abgehängte Decke mit erwogen werden. Wesentlich ist dabei, ob und wie ein notwendiger Lüftungskanal für die Luftentfeuchtung an der Decke vorgesehen ist. Ganz wichtig ist auch, ob ein Beton-Unterzug oder Stahlträger vorhanden ist. Je nach den Gegebenheiten kann dann auch mit Deckenfeldern in unterschiedlichen Höhen-Niveaus gearbeitet werden. In Hotelbädern sind sie üblich und in Privat-Schwimmhallen werden sie zunehmend realisiert, denn unterschiedliche Höhen-Niveaus der Decke geben dem Raum einen besonderen Charakter und bieten technische Vorteile. Um bei der Planung nichts zu übersehen, sind bei der Schwimmhallendecke folgende Hinweise wichtig:

  1. Rohr-Installation:
    Wenn Rohre an der Decke verlaufen müssen, sollten sie mindestens ca. 10 cm tief abgehängt werden, um nachträgliche Maßnahmen für Wärmedämmung und Dampfsperre zu erleichtern. Kaltwasserrohre und Abflussrohre sind zusätzlich zu isolieren und abzudichten. Im Einzelfall ist hier fachlicher Rat sehr wertvoll, weil dadurch frühzeitig gegen spätere Schäden vorgebeugt werden kann.

  2. Elektro-Installation:
    Wenn eine abgehängte Decke vorgesehen ist, dann kann die Elektroinstallation im entstehenden Deckenhohlraum vorgesehen werden. Einbautöpfe für Beleuchtungen in der Rohdecke haben sich als risikobehaftet erwiesen und sollten entfallen. Über die Leerrohre der Elektroinstallation kann die feuchte Luft innerhalb der hohlen Betondecke Kondensat bilden. Die Beleuchtung ist daher am besten unabhängig von den bauphysikalischen Maßnahmen innerhalb des Schwimmhallenklimas vorzusehen. Dazu eignet sich die abgehängte Decke oder auch spezielle ISO-Lichtboxen zur Integration der Strahler innerhalb der Dämmstoff-Ebene.

  3. Wärmedämmung und Dampfsperre:
    Um eine bauphysikalisch sichere Decke zu erhalten, sind in der Regel schwimmbadseitig 5 cm Wärmedämmung und Dampfsperre anzuordnen. Andere Dicken sind je nach Aufgabenstellung ebenfalls zielführend. Dadurch bleiben die Wärme und die Feuchte dort, wo sie sein sollen und gelangen nicht in die Baukonstruktion. Unabhängig davon, ob es sich um eine Dach-Konstruktion oder um eine Decke zum Wohnraum handelt, muss die Bauphysik sicher gelöst sein. Besonders wichtig ist die Dampfsperre bei Flachdächern und bei überbauten Schwimmhallen mit oben aufgebrachtem Naturstein oder Parkettbelag. Hier ist es für jeden Bauherren beruhigend zu wissen, dass von unten kein Wasserdampf kommen kann.

  4. Abgehängte Decken:
    Bei abgehängten Decken sind die Durchdringungen sicher abzudichten. Dazu empfiehlt es sich, Systeme aus einer Hand (z.B. ISO-Plus-System) zu verwenden, damit alle Übergänge und Details sicher ausgeführt sind. Die Deckenkonstruktionen sind nach DIN 4108 zu prüfen, und ein entsprechender Nachweis zur Eignung als Schwimmhallendecke ist vorzulegen.

    Die abgehängte Decke lässt hinsichtlich der optischen Gestaltung keine Wünsche offen. Alle Formen sind möglich: unterschiedliche Höhenniveaus, indirekte Beleuchtung, integrierte Niedervoltstrahler und Sternenhimmel als abendliche Traumkulisse. Lüftungskanäle, Elektro- und Lautsprecherkabel verschwinden elegant hinter der Abhängung. Lüftungsgitter sind überflüssig, weil im Hohlraum zwischen der Decke die Luft abgesaugt werden kann. Für diese Anwendung muss die Platte aber auch zulässig sein. Gipsbauplatten scheiden hier aus. Daher muss auf spezielle Feuchtraum-Paneele zurückgegriffen werden, die fugenlos verputzt werden und nach Wunsch gestaltet werden können.

Details und Ausbauvorschläge anfordern:
Hilfreich ist dabei immer die Zusendung eines Planes oder Planentwurfes. 

Erfahrene Experten zeigen dann bauphysikalische Lösungen auf.
Adresse: ISO GmbH, Bahnhofstr. 44, 74254 Offenau, Tel. 07136/5820, Fax 07136/8545, Internet www.iso.de.

Glasflächen begrenzen
Raumhohe Glasflächen machen Schwimmhallen zu angenehm hellen und freundlichen Wellness-Räumen. Allerdings sollte der Glasanteil der Außenbauteile nicht zu groß gewählt werden. 30 % Glasanteil an den Wänden sollten die Obergrenze sein. Das hat mehrere Gründe:

  1. Große Glasflächen erfordern überproportional große Lüftungsanlagen, da die Glasflächen mit einer Mindestluftmenge beschleiert werden müssen, um kondensatfrei zu bleiben. Zur Entfeuchtung der Schwimmhallenluft wird eine bestimmte, meist geringere, Luftmenge benötigt. Diese wird als erwärmte Zuluft sinnvollerweise an den Fenstern vom Boden her eingeblasen und sorgt so für ganzjährig freie Sicht und sparsamen Betrieb.

  2. Glasscheiben haben auch in zeitgemäßer Wärmeschutz-Ausführung einen U-Wert von ca. 1,0 W/m²K. Hoch wärmegedämmte Wände liegen dagegen bei ca. 0,3 - 0,4 W/m²K (das ist ca. 3 mal so gut). Überproportional große Glasflächen erhöhen deshalb auch den Heizenergiebedarf und erfordern im Zweifelsfall eine größer dimensionierte Heizanlage. Außerdem wirken zu große Glasscheiben aufgrund ihres geringeren Dämmwertes auch nicht so behaglich warm wie gut gedämmte Wände.

  3. Große Glasflächen haben tagsüber eine sehr positive Wirkung auf die Schwimmhalle. Sie bringen Helligkeit und weiten den Raum. Abends dagegen wirken Sie meist als dunkle unfreundliche Flächen. Wer also hauptsächlich früh morgens oder abends seine Schwimmhalle nutzen möchte, sollte die Glasfläche nicht zu groß wählen.

Im Wohnbau geht man von ca. 10 - 15 % Fensterfläche pro m² Wohnfläche aus, um einen Wohnraum ausreichend zu belichten. In privaten Schwimmhallen hat sich ein Glasflächenanteil von 20 - 30 % der Schwimmhallenfläche bewährt. Das bedeutet bei einer 12 x 8 m großen Schwimmhalle eine raumhohe Glasfläche etwa in der Größe einer Längsfront.

Dachverglasungen in Schwimmhallen sind nach Möglichkeit zu vermeiden, da sie leicht zur Kondensatbildung neigen oder andernfalls sehr aufwendige Lüftungsmaßnahmen erfordern, die wiederum den Licht-Querschnitt verringern. Gleichzeitig entsteht bei größeren Dachverglasungen die Gefahr der sommerlichen Überhitzung, da sich die Schwimmhalle bei Sonneneinstrahlung aufgrund der sehr guten Wärmedämmung recht schnell aufheizt. In der Praxis genügt die empfohlene Fensterfläche, um die Sonneneinstrahlung in der kühleren Jahreszeit ausreichend zu nutzen.

Schwimmbad-Sanierung
Was beim Neubau von Schwimmhallen gilt, trifft prinzipiell auch für die Sanierung bestehender Schwimmbäder zu. Hermetisch dichter Wärme- und Feuchteschutz sind die Voraussetzung für angenehmes Klima und energiesparenden Betrieb. Bei Sanierungen müssen oftmals Details vor Ort gelöst werden, um nachher keine Überraschungen zu erleben. Einschlägige Erfahrung und Fachwissen sowie ein sicheres System sind hier unabdingbar. Grundinformationen über mögliche Maßnahmen und sinnvolles Vorgehen bei der Schwimmhallen-Sanierung sind im Internet unter www.iso.de abrufbar.

Sichere Abhänge-Konstruktion
Für abgehängte Decken gilt seit Januar 2005 eine neue Euro-Norm. Sie legt die zulässigen Materialien für tragende Teile auch in Schwimmhallen fest. Diese unterscheiden sich von normalen Wohnräumen durch eine Spezial-Beschichtung, da die Luft mit Chloriden belastet ist und zu verstärkter Korrosion führen kann. Für die Ankerdübel in der Betondecke gibt es besondere Anforderungen. Hier ist hochlegierter Edelstahl mit Schwimmhallen-Zulassung (Werkstoff-Nr. 1.4529) oder höherwertig notwendig. V2A-Stahl ist als tragendes Teil in der Schwimmhalle verboten. Nähere Informationen unter www.iso.de.

Planungsleitfaden
Einen Planungsleitfaden zur sicheren Schwimmhallen-Planung gibt es im Internet unter www.schwimmhallen.info zu finden. Kontakt zu Schwimmbad-Fachfirmen und Herstellern kann hier unkompliziert über Antwort-Formulare aufgenommen werden. Die Anfragen werden per e-mail direkt an die Anbieter weitergeleitet. Außerdem kann man sich in der Galerie nach seinen Wünschen Beispiel-Schwimmhallen ansehen. Man definiert dazu einfach bestimmte Kriterien wie z.B. abgehängte Decke, Wandmalerei, Freiformbecken und bekommt dann entsprechende Bilder mit diesen Eigenschaften angezeigt.

 

 


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01.11.2014