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SCHWIMMHALLEN - PLANUNGSHILFEN |
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Verwendbarkeit von Gipsbaustoffen in Schwimmhallen
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Gutachterliche Stellungnahme von Prof. Dr.-Ing. Heinz Klopfer ZDI,
Hamm
Anlage 1
Eigenschaften des Gipses
Infolge des Porenvolumens von ca. 50 % ist trockener Gipsputz
gut wärmedämmend. Die relativ großen Poren bewirken eine
schnelle Wasseraufnahme und Abgabe, d.h. Gips ist atmungsaktiv.
Gipsbaustoffe sind raumbeständig. Alle Gipsbaustoffe sind für
den Brandschutz geeignet wegen des Kristallwassers (21 %), das im
Brandfall verdampft und kühlend wirkt (85). Gipsbaustoffe können
unmittelbar nach Trocknung mit Anstrichen, auch Ölfarben versehen
werden, im Unterschied zum Kalk und Zement, die stark alkalisch
sind. Da man mit Gips (a-Halbhydrat und Anhydrit) dem
Zementstein nahekommende Festigkeiten erreichen kann und der
erhärtete Gips - im Vergleich zum Zement - chemisch sehr
beständig ist, erscheint es unverständlich, warum der Gips als
Baustoff für tragende Bauteile keine Bedeutung hat. Der Grund
liegt darin, dass Gips nicht wasserbeständig ist, er löst sich
in Wasser und zwar 2,5 g/l. Das hat zur Folge, dass die an sich
gute Festigkeit des trockenen Gipses entscheidend verringert wird;
schon 1 % Feuchtigkeit im Gips setzen die Festigkeit um ca. 60 %
im Gips herab (s. Bild 61). Dies hängt damit zusammen, dass auch
durch geringe Wassermengen die Kristalle an ihrer Oberfläche
angelöst werden und dadurch die Verzahnung gelockert wird.
Zementmörtel wird demgegenüber durch selbst hohen Wassergehalt
kaum in seiner Festigkeit beeinflusst (s. Bild 61). Die, wenn
auch geringe Wasserlöslichkeit des Gipses hat zur Folge, dass
sich in dauernd durchfeuchteten Gipsbauteilen eine gesättigte
Gipslösung bildet, die in dem porösen Baustoff nach unten sinkt
und dort infolge Übersättigung wieder auskristallisiert, was
einen Kristalldruck zur Folge hat und das Abfallen von
Gipsschichten, bekannt als sog. "Faulen" des Gipses
bewirkt. Gips ist deshalb für Duschräume, Schwimmhallen, Bäder,
insgesamt für Räume mit hoher Dauerfeuchtigkeit, wenig geeignet.
Für Räume, die dauernd trocken bleiben oder wo nur zeitweise
eine hohe Luftfeuchtigkeit auftritt, sind Gipsbaustoffe gut
geeignet. Gipswasser und feuchter Gips fördern die
Rostung des Stahls im Gegensatz zum Zement, der rostschützend
wirkt (s. Rostschutz der Bewehrung). Gips ist ein Betongift. Dem
Zement wird zur Regulierung der Erstarrungszeit eine unter der
kritischen Grenze liegende Menge Gips zugesetzt. Weiterer
Gipszusatz bewirkt Treiben und Zerstörung des Betons (s.
Gipstreiben und Betonkorrosion). Gips sollte deshalb auf
Betonbaustellen nicht vorhanden sein.
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