Schwimmhallen sicher ausbauen

Wärmedämmung + Dampfsperre + Gestaltung

 

 

 

Schwimmhallen sicher ausbauen Information und Beratung rund ums Haus Die Informationsplattform für Bauherren und Modernisierer Zurück zur Startseite livingpool.de - für's eigene Schwimmbad

homemagazincheckliste badewasser

Für's eigene Schwimmbad

Magazin

Becken- und Wassertechnik

Checkliste: 10 Tipps für Ihren Badespaß
Michael Pauser von der Firma Ospa hat hier die wichtigsten Punkte für optimales Badewasser zusammengetragen

Den Alltag vergessen, mal so richtig entspannen. Körper und Seele wieder in Einklang bringen und darüber hinaus noch etwas für die Gesundheit tun. Aus diesem Bedürfnis heraus haben viele Bauherren den Wunsch, ein eigenes Schwimmbad zu besitzen. Es ist eine hervorragende Möglichkeit, ganz unabhängig von der Urlaubszeit und Terminzwängen in der privaten Atmosphäre der eigenen Wellnessoase etwas für das körperliche Wohlbefinden zu tun.

Gerade der gesundheitsbewusste Schwimmbadbesitzer fordert heue ein naturbelassenes Schwimmbadwasser, ohne Kompromisse bei der Wasseraufbereitungstechnik eingehen zu müssen. Quellfrisch, sauerstoffreich und ohne Chlorgeruch soll das Wasser sein. Aber auch im eigenen Schwimmbad wird man sich nur dann wohl fühlen, wenn man sicher sein kann, dass die Aufbereitung des Wassers optimal funktioniert und die Anforderungen an die Hygiene erreicht werden. Auch für Privatbäder sollte als Planungsgrundlage die DIN 19643 für öffentliche Bäder dienen, denn es gibt keinen Grund, im Privatbad weniger gutes Wasser zu akzeptieren als in öffentlichen Bädern.

Die Planung und Projektierung der Wasseraufbereitungsanlage übergeben Sie am besten einem erfahrenen Schwimmbadfachberater, der auch die bauphysikalischen Anforderungen beachtet und die Leistungen der beteiligten Firmen koordiniert. Führende Schwimmbadtechnikhersteller und -baufirmen verfügen über das erforderliche Wissen und bieten diesen Service an.

Ob Skimmer- oder Überflutungsbecken, Innen- oder Außenbad - das hängt ganz von den persönlichen Vorstellungen und Wünschen des Bauherren ab. Eine gute Wasserqualität wünscht sich sicherlich jeder Schwimmbadbesitzer. Bei der Planung Ihres Schwimmbades sollten Sie diese zehn Regeln beachten:

1. Die Wasseraufbereitung

Bei der Wasseraufbereitungstechnik gilt: Nur sorgsam aufeinander abgestimmte Komponenten führen zu einem optimalen Ergebnis, denn die Gesamtheit ist nur so gut wie die einzelne Komponente. Wählen Sie deshalb das Wasseraufbereitungssystem eines Anbieters aus, der ein komplettes Programm anbieten kann und ein langjähriges Know-how vorzuweisen hat.

2. Die Filteranlage

Die Aufgabe der Filteranlage ist es, das Badewasser umzuwälzen und dabei die filtrierfähigen Schmutzstoffe vollständig zurückzuhalten. Die Art des Filtermaterials, die Schichthöhe, die Filtergeschwindigkeit und vor allem die Konstruktion der inneren Wasserverteilung haben wesentlichen Einfluss auf das Filtrationsergebnis. Je mehr Verunreinigungen durch den Filter zurückgehalten werden, desto weniger Desinfektionsmittel werden benötigt. Im privaten Bereich werden durch Filteranlagen mit einer zusätzlichen Aktivkornkohleschicht die besten Filtrationsergebnisse erzielt. Neben ihrer hohen Filtrationsschärfe ist Aktivkohle in der Lage, organische Verunreinigungen dem Wasser zu entziehen und entstandene Chlorverbindungen wirkungsvoll zu beseitigen. Dies ist vor allem bei Innenbädern angenehm, da praktisch kein Chlorgeruch feststellbar ist. Bei Außenbädern werden aufgrund der stärkeren Verschmutzung des Wassers vor allem leistungsfähige Sandfilteranlagen eingesetzt.

Der im Filter zurückgehaltene Schmutz muss durch eine wöchentliche, ausreichende Spülung vollständig ausgespült werden. Filter mit unzureichender Innenhydraulik und Spülung neigen häufig zur Verkeimung, verbrauchen viel Desinfektionsmittel und verursachen den typischen Schwimmbadgeruch. Die Filterspülung sollte nach Möglichkeit vollautomatisch erfolgen. Nur so ist ihre Regelmäßigkeit sichergestellt.

3. Die Desinfektion

Die Wahl des Desinfektionsmittels stellt den Schwimmbadbesitzer fast schon vor eine Glaubensfrage, so vielfältig ist das Angebot an chlorhaltigen und chlorfreien Desinfektionsmitteln. Häufig werden unter dem Label "chlorfrei" Chemikalien angeboten, deren Wirkung auf den Menschen längst nicht ausreichend erforscht sind. Ein guter Anhaltspunkt ist auch hier die DIN 19643 für öffentliche Schwimmbäder. Sie ist für Privatbäder zwar nicht bindend, jedoch kann sie wichtige Hinweise auf den aktuellen Stand der Technik geben. Die Desinfektion wird durch eine Mess- und Regelanlage automatisch überwacht und geregelt.
Voll im Trend liegen Elektrolyseanlagen zur Desinfektion des Wassers. Wichtig ist hier, dass als Betriebsmittel preiswertes und ungefährliches Kochsalz verwendet werden kann und das Desinfektionsmittel ballaststofffrei, d.h. ohne die Nebenprodukte der Elektrolyse wie z.B. Lauge verwendet wird.

4. Der pH-Wert

Hoher Bedienungskomfort bedeutet für den Schwimmbadbesitzer dauerhafte Badefreuden. Die automatische Regelung des pH-Wertes ist deshalb nicht nur ein großer Komfort, sondern erleichtert dem Schwimmbadbesitzer die Kontrollen, die regelmäßig durchzuführen sind. Sie gewährleistet eine gleichbleibend gute Wasserqualität, unabhängig von der jeweiligen Belastung des Bades. Der pH-Wert gibt Auskunft über die sauer/neutrale oder alkalische Eigenschaft des Wassers und hat wesentlichen Einfluss auf die Wirkung des Desinfektionsmittels, die Hautverträglichkeit des Wassers und das Korrosionsverhalten von Metall.
Die an der Mess- und Regelanlage angeschlossene Dosieranlage dosiert das pH-Korrekturmittel automatisch und reduziert den Pflegeaufwand für den Schwimmbadbesitzer auf ein Minimum. Für kleinere Gartenbäder gibt es auch Testsets, mit denen der pH-Wert einfach per Hand kontrolliert werden kann. Die Korrekturmittel pH-Heber und -Senker werden dann gleichfalls per Hand zugeführt.

5. Die Redox-Spannung

Diese ist ein Maß für die keimtötende und oxidative Wirkung von Desinfektionsmitteln im Badewasser. Man versteht darunter eine Spannung, welche man an Elektroden beim Eintauchen in eine Lösung misst (Einheit in Milli-Volt). Die Redox-Spannung ist abhängig vom pH-Wert und muss deshalb mit ihm zusammen dokumentiert werden. Sie ist darüber hinaus abhängig vom Konzentrationsverhältnis des Oxidationsmittels, also freies Chlor, zum Reduktionsmittel, also den organischen Verunreinigungen. Die Redox-Spannung ist somit ein genaues Maß für die oxidierende bzw. desinfizierende Wirkung des Desinfektionsmittels unter Berücksichtigung der Verunreinigungen. Derselbe Chlorgehalt kann in einem Wasser eine niedrigere oder höhere Redox-Spannung ergeben, je nachdem wir groß der Gehalt an Verunreinigungen ist. Im privaten Bereich kann die Redox-Spannung für die automatische Dosierung des Chlors herangezogen werden.

6. Skimmer oder Überlaufrinne?

Mit dieser Frage wird jeder Bauherr bei der Planung seines Schwimmbades konfrontiert. Ein Oberflächenabsauger, kurz Skimmer genannt, hat zwar einen gewaltigen Vorteil: Er ist preiswerter als ein Überlaufrinnensystem. Deshalb werden kleinere Schwimmbecken meist mit dem praktischen Skimmer ausgestattet. Und seine Aufgabe, nämlich den Abtransport des verschmutzten Oberflächenwassers, erfüllt er allemal. Aber die beiden Nachteile, der Schmutzrand im Becken auf Höhe des Wasserspiegels und die eingeschränkte Sicht der Badenden, gibt's bei einem Rinnensystem nicht. Aufgrund der hochgezogenen Wasserlinie haben die Badenden bei der Überlaufrinne freien Blick nach draußen. Deshalb sieht auch ein Schwimmbecken mit Rinne einfach schöner aus.
Allerdings stellt ein solches Schwimmbad höhere konstruktive Anforderungen und verlangt eine sehr genaue Bauausführung, weil die Rinne exakt waagerecht verlegt werden muss. Auch weitere konstruktive Details wie z.B. der Bau eines Schwallwasserbehälters sind zu beachten.

7. Wasserattraktionen

Die beliebtesten Plätze in einem Schwimmbad sind immer dort, wo die Wasserattraktionen platziert sind. Sie sind Anziehungspunkt und Kommunikationsplatz für Jung und Alt und dienen auf spielerische Art und Weise der Entspannung und der Gesundheit.
Neben der Gegenstromanlage findet man im Privatbad heute auch Massageanlagen, Wildquell, Luftsprudelplatten und Nackenschwall. Eine in das Becken integrierte Whirlliege oder ein Wasserfall haben ihren besonderen Reiz, sind jedoch hinsichtlich ihrer baulichen Ausführung aufwendig.

8. Bodenreiniger

Der Markt für Bodenreiniger ist selbst für Experten kaum noch überschaubar. Generell lassen sich die Geräte aber in vier verschiedene Typen unterscheiden:
- Von Hand geführt mit Saugschlauch.
- Von Hand geführt mit Pumpe und eigenem Filter.
- Halbautomaten, die über einen Saugschlauch mit dem Oberflächenabsauger oder einer Ansaugöffnung verbunden sind. Sie bewegen sich selbsttätig durch den Unterdruck der Filteranlage, und der Schmutz gelangt in die Filteranlage.
- Selbstfahrende Vollautomaten mit eingebautem Filter und eingebautem Antrieb mit Niederspannung.

Letztere sind die teuersten, aber auch komfortabelsten unter den Reinigungsgeräten. Natürlich gibt es auch hierbei unterschiedliche Modelle. Ein leistungsfähiges Gerät sollte nicht nur den Beckenboden, sondern auch die Wände reinigen können und an Treppen, Leitern etc. nicht hängen bleiben. Lassen Sie sich diesbezüglich von einem Schwimmbad-Fachhändler beraten.

9. Abdeckungen

Die Abdeckung ist beim privaten Freibad selbstverständlich geworden. Aber auch Schwimmhallenbesitzer rüsten ihr Schwimmbecken mit einer Abdeckung aus. Denn die Erkenntnis hat sich durchgesetzt: Im Ruhebetrieb lässt sich die Verdunstung in der Schwimmhalle durch eine Abdeckung reduzieren, so dass auch die Betriebskosten sinken. Bei einer Abdeckung kann auch die Raumtemperatur bei Nichtbenutzung des Bades abgesenkt werden, was zusätzlich Energiekosten spart.

10. Der Whirlpool

Ein separater Whirlpool macht aus einer privaten Schwimmhalle die vollkommene Wellnessoase. Der technische Aufwand für die Aufbereitung des Wassers ist relativ gering, da die Aufbereitungsanlage des Schwimmbades mitgenutzt werden kann. Die jeweilige Badeform wird an einem Bedientableau in der Schwimmhalle gewählt. Im Whirlbetrieb steht die volle Leistung der Aufbereitungsanlage dem Whirlpool zur Verfügung.
Über einen zweiten Temperaturfühler wird der Whirlpool innerhalb relativ kurzer Zeit auf die gewünschte Temperatur aufgeheizt. Nach dem Whirlbaden arbeitet die Wasseraufbereitung wieder gleichzeitig für beide Becken. Das aufgewärmte Wasser geht somit nicht verloren. Die Planung und Ausführung einer Schwimmbad-Whirlpool-Kombination gehört aber immer in die Hand einer erfahrenen Fachfirma.

Autor: Michael Pauser, Firma Ospa

Veröffentlicht in: Schwimmbad & Sauna  


© EN-OP-INSTITUT 

Zurück  |  Home

04.02.2012