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Schwimmhallen

 
Unterkonstruktionen für Schwimmhallen-Decken

Die feuchtwarme Schwimmhallenluft kann Schäden und Korrosionen am Baukörper und vor allem an der tragenden Metallunterkonstruktion von abgehängten Decken verursachen. 

Bauaufsichtsbehörden und Versicherungen achten aufgrund aktueller Schadensfälle zunehmend auf die Einhaltung der DIN 18168. Hiernach ist gemäß Tabelle 2 (Mindestanforderungen an den Korrosionsschutz von Profilen, Abhängern und Verbindungselementen aus Metall) unter Zeile 2 sinngemäß dokumentiert:

"Für Feuchträume, z.B. in Hallenbädern, die chemischen Angriffen nach DIN 4030 ausgesetzt sind, werden eine 20 my dicke Zinkauflage und eine 20 my dicke Korrosionsschutzbeschichtung der Korrosionsklasse III der DIN 55928 Teil 8 gefordert."

Vom Grundsatz her jedoch muss das planende Büro (Architekt und/oder Bauphysiker) festlegen, welchen Anforderungen die Unterkonstruktion genügen muss. Bei Unkenntnis des Planes (und die liegt in manchen Fällen vor) sollte die ausführende Fachfirma grundsätzlich eine Wasseranalyse anfordern und diese beim Profilhersteller vorlegen. Dieser muss dann entscheiden und garantieren, dass seine Konstruktion hierfür dauerhaft geeignet ist. 

Wenn der Bauherr, sowie auch wir als Fachfirma, langfristig auf der sicheren Seite liegen sollen, können wir ab sofort auf bauaufsichtlich zugelassene Konstruktionen für abgehängte Decken, speziell in chlor- und chloridbelasteten Bereichen, zurückgreifen. 

Nachstehende Konstruktionen/Materialien werden den Anforderungen der DIN 18168 sowie der DIN EN 13964 gerecht und entsprechen den Richtlinien für den Bäderbau (KoK-Richtlinien, Ausgabe 1996):

  1. Befestigung/Dübel + Schrauben
    Die Firma Kurt Kunkel GmbH bietet den sogenannten Kunkeldübel aus hochkorrosionsbeständigem Stahl (Werkstoff 1.4529) speziell für Schwimmhallendecken in 2 verschiedenen Nutzlängen an.
  2. Unterkonstruktion
    die Firma Suckow + Fischer hat ebenfalls für ihre Decken-C-Profile (mit Nonius-Abhängung und Verbindern) eine spezielle Zulassung für Schwimmhallen erhalten.

Die Materialpreise der vorbeschriebenen Dübel (ca. 8,90 €/Stck. netto) und Decken-C-Profile (ca. 3,50 €/lfm. netto) sind sehr hoch, jedoch im Hinblick auf eine dauerhafte Lösung rechenbar, wenn man bedenkt, wie hoch die Sanierungskosten schon nach kurzer Zeit ausfallen können. Der Bedarf an Dübeln liegt bei ca. 1 Stück pro m² Decken-Fläche. 

Allgemeine Anmerkungen zu Schwimmhallendecken: 
  • Vorstehende Dübel und Unterkonstruktionen sind in Sole-Bädern (Salzgehalt!) nicht geprüft. Hier muss beim jeweiligen Hersteller genau nachgefragt werden. 
  • Sämtliche Schnittstellen an den Decken-C-Profilen und an den Nonius-Abhängern müssen mit entsprechendem Korrosionsschutz der Profilhersteller nachbehandelt werden. 
  • Soll der Deckenhohlraum zur Luftführung verwendet werden, muss die zu beplankende Trägerplatte rückseitig mit einer Alu-Kaschierung versehen sein. 
  • Die Beplankung muss mit gipsfreien Platten, z.B. mit  ISO-Feuchtraum-Paneel erfolgen. 
  • Nach dem Stand der Technik ist Gips in Feuchträumen mit der permanent hohen Feuchtebelastung von 30°C und 60% relativer Feuchte nicht zulässig und auf Dauer nicht beständig. 

Quelle: Lutz Becker / Trockenbau-Info Ausgabe 3/2001 

Weitere Informationen:  Sicherheitspaket für Schwimmhallen-Decken  

 


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30.07.2010