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Schwimmhallen |
Schwimmbad-Klimatisierung - Voraussetzung für Komfort und
Behaglichkeit
Der Kreativität in privaten Schwimmhallen, Whirlpoolanlagen und
Saunen sind längst keine Grenzen mehr gesetzt. War früher ein
einfaches Becken Standard bieten moderne Anlagen zusätzliche
Attraktionen, wie Rutschen, Wasserfälle, Strömungskanäle und
Wellness-Bereiche an: Die Nutzer bzw. Eigentümer sind
anspruchsvoller geworden. Die Entspannung und Förderung der
Fitness wird damit immer mehr zu einem gesunden Freizeiterlebnis
für die ganze Familie. Mehr Effekte" - wie bereits ein einfacher
Whirlpool - bedeuten aber auch eine Veränderung der klimatischen
Ausgangsbedingungen und eine Veränderung in der Auslegung von
Entfeuchtungsanlagen. Damit steigt auch gleichzeitig der
Beratungsbedarf bzw. -anspruch. Richtlinien für die Planung mit
zeitgemäßer Technik, die diesen Trends entsprechen, beschreibt der
nachstehende Bericht.
Ohne Frage: Ein eigenes Schwimmbad macht Spaß. Es steht auf der
Wunschliste der Hausbesitzer in Deutschland neben der Sauna an
oberster Stelle. Dabei werden die Betreiber immer anspruchsvoller
und sind auch bereit, dafür mehr zu investieren. Die bekannten
Attraktionen aus Spaßbädern sollen auch im Eigenheim nachgebildet
werden. So entstehen Badelandschaften, die gleich der ganzen
Familie Freude machen. Neben dem eigentlichen Schwimmen ist für
die Kinder auch das Spiel im Schwimmbad gefragt. Kommen noch eine
Gegenstromanlage und ein Whirlpool hinzu, steigt gleichzeitig die
Belastung des Klimas durch eine erheblich erhöhte
Luftfeuchtigkeit.
Es ist mittlerweile hinlänglich bekannt: Schwüles
Treibhausklima schadet nicht nur dem Wohlbefinden, sondern unter
Umständen auch dem Baukörper. Feuchtigkeit sowie dadurch
entstehende Schimmelpilze können der Gesundheit schaden und Teile
der Badelandschaft wie Holzverkleidungen, Illusionsmalereien usw.
zerstören. Oftmals werden die Geräte zur Entfeuchtung und
Klimatisierung durch die Betreiber jedoch vernachlässigt, weil
diese nur indirekt dem ungetrübten Spaß im Schwimmbad dienen.
Wärmeschutz und Feuchteschutz des Gebäudes und hochwertige
Entfeuchtungstechnik müssen daher Hand in Hand gehen.
Damit die Eigentümer bereits zu Beginn an die notwendigen
Kosten hierfür denken, sollte eine individuelle Planung der
gesamten Schwimmhalle mit allen Komponenten frühzeitig durch einen
erfahrenen Fachmann vorgenommen werden.
Dabei sollten dem Bauherrn die technischen Alternativen und die
Folgekosten erläutert werden. Gleichzeitig sind die
Komfortansprüche abzustecken. So kann die Entscheidung für eine
einfache Entfeuchtungsanlage oder eine komfortable Klimaanlage in-
oder außerhalb des Schwimmbades mit dem entsprechenden
finanziellen Aufwand oder energieoptimierender Technik nur nach
der intensiven Beratung durch einen Fachmann getroffen werden,
damit die Nutzer langfristig mit ihrem Schwimmbad zufrieden sind.
VDI-Richtlinien auch bei privaten Bädern zugrunde legen
Gut beraten ist der Betreiber, wenn die VDI-Richtlinien VDI
2089 Blatt 1, Wärme-, Raumlufttechnik, Wasserver- und entsorgung
in Hallenbädern" Grundlage der Planung ist. Auch wenn diese DIN
für private Schwimmhallen nicht vorgeschrieben ist, steht mit ihr
eine
Richtlinie als hervorragendes Instrument zur Auslegung von
beispielsweise Entfeuchtungsanlagen zur Verfügung.
Mit Hilfe von Diagrammen in der VDI lässt sich der
Verdunstungsstrom und damit die notwendige Entfeuchtungsleistung
leicht ermitteln. Von den in der vorgenannten Unterlage
angegebenen Lufttemperaturen zwischen 30 und 34 °C bei einer
Wassertemperatur von 28 °C kann in einer privaten Schwimmhalle
nach Belieben abgewichen werden.
So genügen bei der Nutzung des Pools zum sportlichen Schwimmen
häufig Wassertemperaturen von 22 bis 25 °C. Die Raumlufttemperatur
sollte immer zwischen 2 und 4 Kelvin über der
Beckenwassertemperatur liegen. Damit wird die Wasserverdunstung
aus dem Becken in Grenzen gehalten und es wird wirksam verhindert,
dass der Schwimmer beim Ausstieg aus dem Wasser friert.
Die Klima-Parameter in der Schwimmhalle sind weitestgehend an
die Nutzung anzupassen. Bei einem längeren Aufenthalt in
ansprechenden Badelandschaften wird sicherlich eine höhere
Lufttemperatur gewünscht, als wenn die sportliche Betätigung im
Vordergrund steht.
Auch die relative Feuchte der Raumluft in der Schwimmhalle muss
in einem Bereich liegen, der kein Schwüleempfinden verursacht. Die
Schwülegrenze für den unbekleideten Menschen liegt bei einem
Wassergehalt von x = 14 bis ca. 17 g/kg trockener Luft.
Bei kurzen Aufenthalten in der Schwimmhalle, zum Beispiel nur
zum sportlichem Schwimmen, kann auch ein Anstieg der relativen
Feuchte der Raumluft zugelassen werden. So ist es möglich, bei den
Investitions- und Energiekosten zu sparen, wenn bei einer
Lufttemperatur von zum Beispiel 28 °C eine relative Feuchte der
Raumluft von 64 % r.F. zugelassen wird. Der Wassergehalt x beträgt
dann ca. 17 g/kg trockener Luft.
Nutzungsbedingte Planung ermöglicht Senkung der
Betriebskosten
Während der Nutzungspausen - in vielen Privatschwimmhallen bis
zu 23 Stunden pro Tag - hat die Entfeuchtungsanlage ausreichend
Zeit, die relative Feuchte auf das erforderliche Niveau zu senken.
Zum vorbeugenden Schutz für Metall- und Holzbauteile im
Schwimmhalleninnenraum soll die relative Raumluftfeuchte im
Bereich von 55 % bis 65 % r.F. liegen, wobei hier von einer
Raumtemperatur von 30°C ausgegangen wird. Bei einer zeitgemäß
ausgeführten Schwimmhalle mit innenliegender Wärmedämmung und
Dampfsperre an Wänden und Decken sind diese Feuchtewerte auf Dauer
problemlos haltbar.
Die moderne und kostenschonende Entfeuchtung sowie
Klimatisierung übernehmen heute speziell dafür entwickelte Geräte
mit integrierter Wärmerückgewinnung. Bei eingesetzter Wärmepumpe
kommt die rückgewonnene Wärme der Raumluft oder auch dem
Beckenwasser zugute.
Die Auslegung der Anlage ist vom erfahrenen Fachmann
vorzunehmen. Er kann die örtlichen Gegebenheiten mit den
individuellen Wünschen der Nutzer und den technischen
Erfordernissen verbinden und so für einen wirtschaftlichen Betrieb
der Anlage sorgen.
Welcher Aufstellungsort, welches Geräteprinzip?
Eine grundlegende Entscheidung in der Wahl des Klimagerätes
stellt die Wahl des Aufstellungsortes dar. Die einfachste Art der
Entfeuchtung ist das direkt in der Schwimmhalle aufgestellte
Truhengerät. Die feuchte Schwimmhallenluft wird angesaugt,
gereinigt, entfeuchtet und einschließlich der aufgenommenen
Energie durch den Kompressor erwärmt, der Schwimmhalle wieder zur
Verfügung gestellt.
Der Installationsaufwand für dieses Gerät beschränkt sich auf
den Elektroanschluss (230 V ~) und der Abführung des
Kondensatwassers. Selbstverständlich muss für Entfeuchter, die in
der Schwimmhalle aufgestellt sind, gewährleistet sein, dass auf
den Korrosionsschutz bei der Konstruktion und Fertigung besonderer
Wert gelegt wurde.
Komfortabler wird die Anlage mit einem zusätzlichen
Außenluftanschluss. Durch die Frischluftzufuhr und den Abtransport
der verbrauchten Luft mit einem Fortluftventilator werden die
raumklimatischen Verhältnisse wesentlich verbessert. Gleichzeitig
kann so eine Überwärmung der Schwimmhalle im Sommer weitgehend
vermieden werden.
Zur Erwärmung der zugemischten Außenluft werden diese Anlagen
mit einem Zusatzheizregister ausgerüstet. Die Regelung hierfür ist
einschließlich eines Ventils wie beim GEA Fricostar F800
sinnvollerweise gleich in die Truhe eingebaut. Die möglichst
mehrstufige Steuerung des Fortluftventilators sollte vom
Entfeuchter aus erfolgen.
Wenn es die Platzverhältnisse erlauben, dass beispielsweise in
einem Nebenraum der Entfeuchter positioniert werden kann, ist auch
die indirekte Montage (Hinterwand-Aufstellung) möglich. Damit
nimmt die Anlage in der Schwimmhalle selbst keinen Platz weg und
die unvermeidbaren Laufgeräusche in der Halle sind geringer.
Häufig fehlt aber auch einfach nur der Platz, um die Truhe
unter Berücksichtigung der elektrischen Sicherheit in
ausreichendem Abstand zur Beckenwasserfläche zu platzieren. Die
Luft muss in diesem Fall durch Luftkanäle zum Gerät geführt,
behandelt und durch Luftkanäle auch wieder zur Schwimmhalle
transportiert werden.
Eine weitere sinnvolle Erweiterung ist der Einsatz einer
Entfeuchtungstruhe mit eingebautem Beckenwasserwärmetauscher. Bei
geringerer Leistungsaufnahme des Kompressors wird die
Entfeuchtungsleistung größer und somit die Energieausnutzung noch
einmal optimiert. Ein Teil des Beckenwassers wird bei Bedarf in
dem Entfeuchter durch die Wärmerückgewinnung aufgeheizt. Dazu wird
entweder ein separater Beckenwasserkreislauf oder ein
Parallel-Ablauf zum Filterkreis installiert.
Zentralgeräte in privaten Schwimmbädern?
Selbstverständlich können aber auch für die Klimatisierung in
privaten Schwimmhallen Zentralanlagen" eingesetzt werden. Diese,
für größere oder öffentliche Schwimmhallen unverzichtbaren
Anlagen, bieten zusätzlich komfortable Luftbehandlungsfunktionen,
die gleichermaßen dem privaten Betreiber nutzen.
Neben noch höheren Wärmerückgewinnungsgraden durch optimierte
Wärmerückgewinnungssysteme lassen solche Anlagen eine individuelle
Klimatisierung von der Deckung des gesamten Wärmebedarfes durch
Transmissionsverluste bis zur Kühlung mit Außenluft im Sommer zu.
Die darauf abgestimmten Funktionsabläufe im Gerät werden in der
Regel von einem digitalen Regelsystem übernommen. Die DDC-Regelung
lässt auch die Kommunikation mit der Gebäudeleittechnik über
Datenbussysteme oder Eingriffe bzw. Abfragen über ein Telefonmodem
zu. Anlagenzustände und Istwerte sind im Display zu sehen.
Trend zu Zentralgeräten durch größere Komfortansprüche auch
in Privatbädern
Die behandelte Luft wird durch entsprechende Luftauslässe, zum
Beispiel unterhalb der Fensterflächen in der Schwimmhalle, dosiert
eingeblasen und an geeigneten Stellen im oberen Bereich abgesaugt.
Damit ist eine noch bessere Durchdringung der Halle als bei
Truhengeräten gegeben und die Fenster beschlagen bei richtiger
Auslegung der Anlage zu keiner Zeit. In der Schwimmhalle selbst
sieht und hört der Betreiber von dem Gerät nichts.
Für Anlagen mit Zentralgeräten müssen allerdings zur
Unterbringung entsprechende Technikräume zur Verfügung stehen.
Auch wenn die Installationen solcher Komfortgeräte aufwendiger und
die damit verbundenen Investitionskosten höher sind als bei einem
Truhengerät, ist die hochwertige Technik durch ausgereifte
Kompaktgeräte für den privaten Betreiber bezahlbar. Immer öfter
entscheiden sich nach Angaben der GEA Schwimmbad-Komforttechnik
deshalb auch private Eigentümer für Zentralgeräte. Geringeren
Betriebskosten und einem perfektionierten Komfort stehen hier aber
der Platzbedarf für einen Technikraum sowie die erhöhten
Investitionskosten gegenüber.
Ein wichtiges Merkmal für die Qualität dieser Geräte ist neben
den hochwertigen Komponenten auch die wirksame Verhinderung von
Wärme-, Kälte- und Schallbrücken. Hierzu ist eine durchgängige
Isolierung von 50 mm sowohl nach außen als auch zwischen den
eventuellen Etagen" dieser Geräte technischer Standard geworden.
Sie senken nicht nur die Betriebskosten, sondern minimieren auch
die Geräuschemissionen.
Bei der Auswahl dieser Anlagen sollte darüber hinaus auf
Erleichterungen für die Montage und Einbringung geachtet werden,
die eine Praxisorientierung des jeweiligen Herstellers
verdeutlichen. Praktisch steckerfertige Geräte, komplett mit dem
Schaltschrank zur Steuerung und Regelung der Anlage versehen und
zur leichten Einbringung in kleinen Modulen geliefert, senken die
Installationskosten vor Ort. Worauf auch im Interesse des Kunden
geachtet werden sollte: Eine Funktionskontrolle und dessen
Protokollierung durch den autorisierten Werkservice garantieren
den optimalen Betrieb der Anlage.
Fazit:
Der Betreiber hat je nach Nutzung seines Schwimmbades, seinem
Komfortanspruch und seinem Geldbeutel die Qual der Wahl. Leider
werden dem Bauherrn oft die Wahlmöglichkeiten nicht ausreichend
bekannt gemacht. Ohne die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen
Gerätetechniken zu kennen, entscheidet er sich zu schnell für die
- vermeintlich - billigste Lösung.
So wird zum Beispiel eine Umluftanlage installiert, die bei
niedrigen Investitionskosten die gleiche Entfeuchtungsleistung
liefert wie eine Mischluftanlage. Die Enttäuschung des Betreibers
ist dann groß, wenn im Sommer die Schwimmhalle aufgeheizt und
keine Frischluft zugeführt wird. Oder es wird ein Truhengerät
innerhalb des Schwimmbades eingesetzt, obwohl den Betreiber jedes
zusätzliche Geräusch in seiner Badelandschaft stört.
Die richtige Planung und eine umfassende Beratung hätten
manchen Betreiber eine andere Investitionsentscheidung treffen
lassen, damit seine Komfortansprüche befriedigt wären - ein
zufriedener Kunde dankt dafür. Unterstützung bei der Planung
bieten in der Regel die renommierten Hersteller von
Entfeuchtungsgeräten, wie beispielsweise die GEA
Schwimmbad-Komforttechnik, die sich täglich mit der
Schwimmhallenklimatisierung befassen.
Besondere Objektivität bei der Beratung kann von solchen
Produzenten erwartet werden, die sowohl Truhengeräte als auch
Anlagen für den Kanalanschluss, für kleinste Privatbäder aber auch
die größten Spaßbäder auslegen und liefern.
Quelle: GEA Schwimmbad-Komforttechnik GmbH, 44625 Herne
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