Schwimmhallen sicher ausbauen

Wärmedämmung + Dampfsperre + Gestaltung

 

 

 

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MAGAZIN

Schwimmhallen

 
Die Feuchte sicher im Griff

Seit Mitte der 90er Jahre, hat sich eine neue Generation von Schwimmhallen entwickelt. Konsequenter Wärmeschutz und sicherer Feuchteschutz wurden zum Standard. Durch geeignete Maßnahmen ist der Weg zu einer bauphysikalisch sicheren Konstruktion eindeutig vorgezeichnet.

"Brauche ich eine Dampfsperre?" Diese Frage beschäftigt fast jeden Bauherren, wenn er eine Schwimmhalle plant. Wenn er diese Frage einem Experten stellt, erhält er in der Regel keine sofortige Antwort, sondern eine Gegenfrage: "Was haben Sie denn für eine Konstruktion bzw. wie ist der Bauteil-Aufbau?" Der Fachmann weiß, dass bei den permanent hohen Feuchtigkeitsbelastungen einer Schwimmhalle jedes einzelne Bauteil auf bauphysikalische Sicherheit zu prüfen ist. Dazu gibt es eine Norm, die DIN 4108. In ihr ist festgelegt, wann eine Konstruktion unter welchen Bedingungen bauphysikalisch zulässig ist und wann nicht. Eine konkrete Auskunft ist korrekterweise erst dann möglich.

Es spielt beispielsweise eine wichtige Rolle, welche unterschiedlichen Materialien in einer Konstruktion hintereinander angeordnet sind, wie hoch deren Wärmedämmvermögen ist und wie dicht sie gegen den Durchtritt von Wasserdampf sind.

DIN-Nachweis gibt Sicherheit

Der Feuchteschutz-Nachweis nach DIN 4108 berücksichtigt alle wesentlichen Faktoren. Dazu gehören die Daten der Baustoffe, die Außen- und Innentemperatur sowie die relative Luftfeuchte innen und außen. Es wird zum Beispiel die Winter-Periode mit außen -10° C und innen 30° C und die Sommer-Periode mit außen durchschnittlich +12° C und innen wiederum 30°C angesetzt. Bezüglich der Luftfeuchtigkeit werden die Bauteile der Schwimmhalle auf 60 % ausgelegt. Praxiserfahrene Bauphysiker prüfen die Konstruktion jedoch auch für 70 %, da dieser Wert im praktischen Betrieb nicht auszuschließen ist. Ergebnis der Berechnungen ist in der Regel, dass eine innenliegende Dampfsperre bauphysikalisch sinnvoll ist. Sie verhindert, dass schädlicher Wasserdampf in die Konstruktion gerät. Die Dampfsperre gibt auch Sicherheit, dass die Wände und die Decke der Schwimmhalle langfristig den Feuchtebeanspruchungen der Schwimmhalle schadensfrei standhalten.

Um Feuchtebildung auf der Oberfläche von Konstruktionen zu vermeiden, müssen diese wärmer als die Taupunkt-Temperatur der Schwimmhallenluft sein. In modernen Schwimmhallen müssen daher alle Bauteile auch an kalten Tagen mindestens 24° C Oberflächentemperatur haben. Dazu muss die Konstruktion mit hochwertiger Wärmedämmung versehen sein. Die Vorgaben der geltenden Energieeinspar-Verordnung (EnEV) genügen dieser Forderung. Daher ist jedem Bauherren zu raten, die Bauteile der Schwimmhalle nach den Anforderungen der Energieeinspar-Verordnung ausführen zu lassen. Dies ist neben der bauphysikalischen Berechnung nach DIN 4108 eine wichtige Voraussetzung für den späteren sicheren Ausbau.

Neueste Erkenntnisse in Sachen Wärmeschutz führen zur sogenannten Niedrigenergie-Schwimmhalle. Sie verbraucht nicht mehr Heizwärme als die gleiche Fläche eines Wohnraumes, trotz 30°C Luft-Temperatur in der Schwimmhalle. Die entsprechenden Dämmwerte ergeben sich aus den Tabellenwerten.

Im praktischen Alltag spielen neben diesen beiden eher theoretischen Nachweisen auch praktische Details zur Vermeidung von Wärmebrücken eine wichtige Rolle. Es muss auf jeden Fall vermieden werden, dass in der Schwimmhalle an irgendeiner Stelle des Baukörpers Kondensat entsteht. Deshalb ist neben den fachlich notwendigen Nachweisen auch der kritische Blick des erfahrenen Fachmanns notwendig. Oft sind bauphysikalische Schwachstellen schon in den Bauplänen auszumachen. Bei rechtzeitiger Feststellung können Fehlerquellen vermieden werden. Solche Prüfungen sind bei erfahrenen Schwimmbadbau-Fachbetrieben und bei der Firma ISO-GmbH in Offenau tägliche Praxis.

Immer mehr Architekten nehmen den Service in Anspruch, um bereits in der Planungsphase die besonderen bauphysikalischen Anforderungen von Schwimmhallen zu berücksichtigen.

Wärmedämmung in Schwimmhallen

Bauteil
Obergrenze für U-Werte in W/m²K
Standard
Empfehlung NEH-Niveau
Dach/Decke gegen Außenluft 0,18 0,15
Decke gegen beheizte Räume 0,50 0,40
Außenwand gegen Außenluft 0,30 0,20
Außenwand gegen Erdreich  0,30 0,25
Innenwand gegen unbeheizte Räume 0,35 0,25
Innenwand gegen beheizte Räume 0,50 0,40

Der U-Wert (k-Wert) beschreibt den Wärmestrom (in Watt) durch ein 1 m² großes Bauteil bei einer Temperaturdifferenz von 1 K ( = 1 °C). Je kleiner der U-Wert (k-Wert), desto besser ist die Wärmedämmung.

Quelle: ISO  /  Schwimmbad & Sauna  

 

 


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30.07.2010